Planungstipps

Ergonomische Küchen: Für mehr Komfort in der Küche

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Rund 70 % der Bundesbürger leiden aufgrund von falscher Haltung mindestens einmal jährlich an Rückenschmerzen. Eine länger andauernde Neigung von rund 20 Grad nach vorne, reicht dabei schon aus um die Bandscheibe zu belasten und langfristige Schäden hervorzurufen. Mit der richtigen Planung Ihrer Küche, können Sie nicht nur Rücken oder Gelenke schonen, sondern auch Platz und Zeit sparen. Wir helfen Ihnen dabei mit unseren Ergonomie-Tipps.

1. Einleitung

Komfortzone Küche
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Wer wünscht es sich nicht - eine Küche, die den Arbeitsalltag so komfortabel wie möglich gestaltet und die Geräte nach dem neuesten Stand der Technik beinhaltet? In unserem Küchenvorschlag finden Sie alles, was das Herz begehrt, denn diese Küche wurde maßgeblich nah ergonomischen Grundsätzen geplant. Mehr zum Thema ergonomische Planung von Küchenschränken, Elektrogeräten und Küchenausstattung finden Sie in dem folgenden Ratgeber.

2. Ergonomische Küchenschränke

Rückenschmerzen müssen nicht sein! Unsere Küche in U-Form mit angebauter Kücheninsel zur Arbeitsvorbereitung und Essplatz ist so geplant, dass beim Küchenalltag nur kurze Laufwege entstehen. Darüber hinaus sind die Arbeitshöhen optimal auf den Küchennutzer abgestimmt und ergonomische Küchenschränke eingeplant worden.

Arbeitszentrum
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Küchenarbeiten wie Gemüse putzen, Fleisch schneiden oder Teig kneten lassen sich in der Standardhöhe von Küchenschränken ideal verrichten. Mit einer Korpushöhe von 72 cm entspricht diese Aktivhöhe des Arbeitszentrums je nach Sockelhöhe der normalen Haltung durchschnittlich großer Menschen bei arbeitsvorbereitenden Küchenaktivitäten

Spülzentrum
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Beim Spülzentrum ist der Boden der Einbauspüle die eigentliche Aktivfläche. Daher sollt diese oberhalb der normalen Arbeitshöhe geplant werden. Im Optimalfall sollte der Spülenboden 10 bis 15 cm unter der Ellenbogen-Höhe liegen. So wird die Bandscheibe entlastet und der Rücken geschont.

Im Spülenunterschrank ist oft das Mülltrennsystem verborgen. Mit einer sensorbetriebenen Öffnungsunterstützung lässt sich der Frontauszug durch einfache Fußbetätigung über einen Sensor im Sockelbereich ganz leicht öffnen. Ideal wenn man beide Hände voll hat, um Küchenabfälle zu entsorgen.

Der Vorratsschrank oder auch Apothekerschrank mit seinem leichtgängigen Frontauszug ist ein intelligentes Stauraumwunder. Alles ist übersichtlich und von beiden Seiten greifbar. Die Einsatzkörbe sind in der Höhenposition verstellbar. Ein langes Suchen von Zutaten und Küchenhelfern gehört der Vergangenheit an.

Oberschränke

Oberschränke mit Klappen oder Faltlifttüren bieten tolle Übersicht und freien Zugriff, da keine geöffneten Türen im Weg sind.

Die optimale Arbeitshöhe
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Zur Vorbeugung von Rückenleiden ist die optimale Arbeitshöhe das Maß aller Dinge. Als Faustregel gilt: Die Arbeitshöhe soll 15 cm unter dem Ellenbogen liegen, der Herd ca. 20 cm. Idealerweise sollten also die drei Arbeitsbereiche Vorbereiten, Kochen und Spülen unterschiedliche Arbeitshöhen haben.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Arbeitshöhe der individuellen Körpergröße anzupassen: Die die Maße der Hauptarbeitsperson sind ausschlaggebend, so dass alle Arbeitsbereiche mit der entsprechenden Höhe geplant werden. Oder man integriert verstellbare Sockel, die je nach Größe variiert werden können.

3. Ergonomisch eingebaute Elektrogeräte

Bei der Küchenplanung ist mindestens genauso wichtig, dass Elektrogeräte ergonomisch in die Küche integriert werden. Hierbei werden die Elektrogeräte in bequemer Zugriffshöhe eingebaut. Das erhöht den Komfort und ermöglicht ein rückenschonendes Arbeiten.

Hocheingbaute Elektrogeräte in bedienungsfreundlicher Höhe machen das Bestücken und Entnehmen äußerst bequem, sorgen für rückenschonende Aktivitäten und beugen Rückenleiden vor.

Neben Kühlschrank, Backofen und Geschirrspüler lassen sich auch Dampfgarer, Mikrowelle und Kaffeevollautomat in ergonomisch richtiger Höhe integrieren. Dunstabzugshauben der neuen Generation gewährleisten durch schräg angeordnete Abzugsfläche optimale Kopffreiheit, auch bei größeren Menschen.

Die Aktivhöhe beim Kochen ist die Oberkante eines durchschnittlichen Topfes auf dem Kochfeld. Im Idealfall liegt der Korpus in Minihöhe ca. 25 cm unter der Ellenbogen-Höhe. So ist entspanntes Kochen garantiert, denn Schultern und Arme werden entlastet.

4. Ergonomische Küchenausstattung und Zubehör

Ergonomische Aspekte der Küchenplanung lassen sich auch bei der Ausstattung und dem Küchenzubehör berücksichtigen. Kleine Helfer erleichtern den Küchenalltag, machen zusätzliche Wege überflüssig und unterstützen Arbeitsabläufe ungemein.

Auch die Organisation der Küche mit Ausstattungen und Zubehör lässt sich ergonomisch gestalten. Auszüge statt Türen erleichtern den Zugriff und Relingsysteme für die Nische halten oft gebrauchte Gewürze und Küchenutensilien griffbereit. In Küchenregalen und Jalousieschränken finden Küchenkleingeräte Platz. Am Tresen lassen sich nicht nur Mahlzeiten einnehmen, sondern auch Küchenarbeiten im Sitzen verrichten.

5. Ergonomie-Tipps für die Küchenplanung

Mit unseren Ergonomie-Tipps für die Küchenplanung können Sie sich eine Kochlandschaft schaffen, in der nicht nur gekocht, sondern auch die körperliche Gesundheit und Umwelt geschont wird.

  • Planen Sie Backofen, Kühlschrank und Geschirrspüler in bequemer Sicht- und Greifhöhe in der Küche ein.
  • Achten Sie auf genügend Bewegungsfreiheit zwischen elektrischen und mechanischen Geräten.
  • Planen Sie in der Küche für die Arbeitsbereiche Vorbereiten, Kochen, Spülen ergonomische Arbeitshöhen ein.
  • Ihre Hauptarbeitsfläche sollte dabei mindestens 120 cm breit sein. Die Mindestarbeitsfläche zwischen Kochfeld und Spüle sollte 90 cm breit sein.
  • Kochstelle und Spüle sollten sich in derselben Küchenzeile befinden.
  • Planen Sie die Anordnung der Vorbereitungsfläche, Kochstelle und Spüle entsprechend dem Arbeitsablauf von Rechts- bzw. Linkshändern.
  • Laufwege dürfen nicht durch hervorspringende Ecken oder Kanten beeinträchtigt werden.
  • Bei einer Eckküche müssen sich alle Küchenschränke öffnen lassen.
  • Planen Sie Vollauszüge statt Unterschränke mit Türen. So kommen Sie viel leichter an Ihr Geschirr.
  • Auszüge und Schranktüren sollten eine Anschlagdämpfung haben. Elektrische Öffnungsunterstützungen sind ebenfalls von Vorteil.
  • Planen Sie Lift- bzw. Klappenoberschränke statt Oberschränke mit Türen. Diese erleichtern Ihnen das Öffnen und Schließen.
  • Alle Küchenschränke und Geräte sollten so geplant werden, dass von den Arbeitsplätzen direkter Zugriff besteht.

6. Ergonomie-Tipps für die tägliche Küchenarbeit

Wussten Sie, dass Berechnungen nach zu urteilen pro Jahr in einer willkürlich geplanten Küche rund 189 km zurückgelegt werden und in einer ergonomischen lediglich 75 km? Da lohnt es sich doch, ein bisschen mehr Zeit in die Optimierung von Küchenarbeiten zu investieren.

  • Wechseln Sie häufig die Arbeitshaltung.
  • Nutzen Sie eine Sitzgelegenheit in der Küche, an der Sie auch arbeiten können.
  • Lagern Sie schwere Gegenstände nicht zu hoch. Am besten nur unterhalb Ihrer Schulterhöhe.
  • Ein zusätzlicher, standfester Tritt erleichtert die Erreichbarkeit einzelner Utensilien.
  • Bewahren Sie Dinge dort auf, wo sie auch zum Einsatz kommen. Platzieren Sie z.B. Gewürze, Öl, Töpfe und ähnliches in der Nähe des Kochfeldes.
  • Utensilien, die Sie am häufigsten verwenden, sollten immer in Fächern oder Schränken untergebracht werden sollten, die sich zwischen Knie- und Augenhöhe befinden.

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