Planungstipps

Altbau, verwinkelt oder schräg? Küchen für besondere Räume

Eine riesige, quadratische Küche mit viel natürlichem Licht und geraden Wänden ist zwar ein Traum, aber nicht immer die Realität in jedem Zuhause. Doch auch mit schwierigen räumlichen Gegebenheiten wie kleinen, verwinkelten, schrägen Räumen oder im Altbau lässt sich Deine Traumküche verwirklichen. Vielleicht ist es nicht die typische Küche aus dem Magazin, sondern eine, die Ecken, Kanten und Nischen in sich vereint. Mit einer durchdachten Planung und diesem Ratgeber wird aus Deiner „schwierigen“ Küche eine absolute „Traumküche“.

Lösungen für Altbau, Dachschräge und Nischen Küche bei schwierigem Grundriss planen

Ein schiefer Boden, eine Wand, die auf halber Höhe die Meinung ändert, eine Nische, die zu klein für alles und zu groß zum Ignorieren ist. Solche Räume sind kein Problem, sondern der Normalfall im Bestand. Dieser Ratgeber Dir, wie eine Küche auch bei Altbau, Dachschräge, Nischen oder unregelmäßigem Grundriss präzise geplant wird, was vorher gemessen sein muss und welche Kosten realistisch sind.

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Küchenplanung bei schwierigem Grundriss Das muss vor dem Termin geklärt werden

Ein präzises Aufmaß ist die Grundlage für eine erfolgreiche Küchenplanung. Gerade bei schiefen Wänden, unebenen Böden oder Dachschrägen reicht ein einzelnes Maß nicht aus – hier kommt es auf mehrere Messpunkte und Höhen an. Für den Beratungstermin können Sie die wichtigsten Maße bereits grob selbst erfassen und, wenn möglich, mit einem Handyfoto inklusive Zollstock dokumentieren. Keine Sorge: Das professionelle Aufmaß durch unsere Experten erfolgt bei uns selbstverständlich immer.

Aufmaß-Checkliste:


Raum, Wände, Boden

Miss Raumlänge und Raumbreite jeweils auf drei Höhen: 15 cm über dem Boden, auf Arbeitsplattenhöhe (ca. 90 cm) und knapp unter der Decke. Prüfe zusätzlich mit einer Wasserwaage oder einem Lot, ob die Wände lotrecht sind. Ermittle die Bodenabweichung diagonal über die längste Strecke und notiere die Differenz in Millimetern. Miss die Deckenhöhe an mindestens vier verschiedenen Punkten.

Öffnungen, Fenster, Türen

Bei den Fenstern misst Du Brüstungshöhe, Sturzhöhe und Breite und notierst die Öffnungsrichtung (nach innen, nach außen oder Kippfunktion). Bei den Türen erfasst Du Blattbreite und Zargenmaß sowie Öffnungsrichtung und Schwenkbereich. Besonders wichtig bei Hochschränken: Prüfe, ob ausreichend Platz zum Öffnen bleibt, wenn die Tür in Richtung Küche aufschlägt.

Heizkörper, Schächte, Balken

Miss Heizkörper mit Höhe, Breite, Tiefe und Abstand zur Wand. Schächte für Abluft oder Abwasser solltest Du vollständig bemaßen. Bei sichtbaren Balken im Altbau oder Dachgeschoss erfasst Du zusätzlich die Unterkante. Diese Elemente lassen sich später kaum verschieben und bestimmen daher maßgeblich die

Wasser, Abwasser, Strom

Notiere die Position des bestehenden Wasseranschlusses (Höhe und Abstand zur Ecke) sowie die Höhe des Abwasseranschlusses über dem Boden. Erfasse außerdem den Starkstromanschluss für Herd oder Backofen, die Anzahl und Position der Steckdosen sowie die Lage des Sicherungskastens. Ergänzend solltest Du das Baujahr des Hauses und – falls bekannt – den Zeitpunkt der letzten Erneuerung der Elektrik notieren.

Was mitbringen zum Termin

Bringe, wenn vorhanden, den Grundriss aus den Bauunterlagen mit und mache Fotos aus allen vier Raumecken. Notiere außerdem Deine Wunschliste für Geräte, Dein grobes Budget und wichtige Aspekte Deiner Alltagsabläufe – zum Beispiel, wer kocht, wie häufig gekocht wird und ob Du eher allein oder gemeinsam kochst. Wenn Du bereits einen Entwurf mit dem Online-Planer erstellt hast, bring die Datei einfach zum Termin mit oder teile sie vorab.

Herausforderung 1: Altbauküche mit schiefen Wänden und unebenem Boden

Altbauküchen mit schiefen Wänden und unebenen Böden sind besonders in Gründerzeitwohnungen keine Seltenheit. Typisch sind Wandabweichungen von 2 bis 3 cm auf 4 Metern, ein zum Fenster hin abfallender Boden von bis zu 15 mm sowie wellige Putzkanten. Für die Küchenplanung bedeutet das: Nicht die Wand gibt die Referenz vor, sondern die waagerechte Arbeitsplatte.

Reales Küchenbeispiel:

Ein reales Projekt aus dem Küchenstudio zeigt, wie sich selbst deutliche Unebenheiten sauber lösen lassen: Die 3,80 m lange Wand war oben 3,82 m und unten 3,79 m breit, zudem fiel der Boden über die gesamte Strecke um 12 mm ab. Zuvor stand dort eine unpassende Küchenzeile mit sichtbaren Fugen zur Wand und zum Boden. Die neue Lösung: eine durchgehende L-Küche mit angepasster Sockelblende, eine exakt waagerechte Arbeitsplatte und ein präziser Wandanschluss mit gefräster Passleiste.

Was in der Umsetzung wirklich passiert:

Messung auf Boden- und Arbeitsplattenhöhe

Gemessen wird auf 15 cm (Sockelbereich) und 90 cm (Arbeitsplatte). Die Differenz zeigt, wie stark die Wand kippt. Bei mehr als 10 mm Abweichung auf einen Meter braucht es entweder eine Passleiste oder eine Aufdopplung im Korpus. Nach DIN 18202 sind gewisse Ebenheitsabweichungen im Bestand üblich, die Küche muss darauf reagieren, nicht der Bestand auf die Küche.

Anpassungsleisten und höhenverstellbare Füße

Höhenverstellbare Möbelfüße gleichen ein Bodengefälle von bis zu 30 mm aus. Für den Wandanschluss werden Passleisten passend zur Front oder als Aluprofil gefertigt und exakt auf die tatsächliche Wandneigung zugeschnitten. So entstehen saubere, präzise Anschlüsse ohne sichtbare Fugen – ganz ohne aufwendige Nacharbeiten an der Wand.

Prüfung alter Elektrik und Wasserleitungen

Vor der Montage sollten die vorhandenen Leitungen von einem Fachbetrieb geprüft werden. Gerade in Altbauten aus den 1950er bis 1970er Jahren können noch Aluminiumleitungen oder eine nicht ausreichende Absicherung vorhanden sein. Für einen modernen Backofen mit Kochfeld sind in der Regel Starkstrom und eine separate Absicherung erforderlich. Auch ältere Wasserleitungen aus verzinktem Stahl sollten überprüft und bei sichtbaren Roststellen gegebenenfalls ausgetauscht werden.

Ideen für Küchen im Altbau

Herausforderung 2: Küche unter der Dachschräge

Eine Küche im Dachgeschoss mit Dachschrägen mag auf den ersten Blick herausfordernd wirken – mit der richtigen Planung kann sie jedoch zu einem echten Highlight werden. Eine Küche unter der Dachschräge funktioniert, wenn Arbeitshöhe und Stehbereich sauber geplant sind. Dafür spielen insbesondere die Kniestockhöhe (meist zwischen 90 und 150 cm), die Dachneigung (typischerweise 35 bis 50 Grad), der niedrigste nutzbare Punkt sowie die Position der Dachfenster eine wichtige Rolle. Ohne eine präzise Schnittansicht ist eine verlässliche Planung unter der Dachschräge nicht möglich.

Bei der Ermittlung von Wohnflächen zählen Bereiche unter Dachschrägen mit reduziertem Anteil. Für die Küchenplanung ist das kein direktes Maß, hilft aber, die Nutzung ehrlich einzuschätzen: alles unter 1 m Raumhöhe ist Stauraum, nicht Arbeitsfläche.

Reales Küchenbeispiel:

Ein konkretes Beispiel zeigt, wie sich eine Küche unter einer Dachschräge optimal planen lässt: Bei einer Dachneigung von 45°, einer Kniestockhöhe von 110 cm und einer Firsthöhe von 2,60 m verläuft die Küche über 4,20 m entlang der Traufseite. Kochfeld und Spüle werden dort platziert, wo – gemessen 60 cm vor der Schräge – mindestens 2,00 m Stehhöhe zur Verfügung stehen. Zwei Dachfenster sorgen direkt über der Arbeitsplatte für viel Tageslicht, während ein Balken auf 2,10 m bewusst sichtbar bleibt und so den besonderen Charakter des Raumes unterstreicht.

Wie die Umsetzung gelingt:

Arbeitsfläche und Kochfeld in ausreichender Stehhöhe

Arbeitsplatte und Kochfeld sollten dort platziert werden, wo Du im Stehen ausreichend Kopffreiheit hast und nicht mit der Schräge in Kontakt kommst. Empfohlen sind mindestens 1,95 bis 2,00 m Stehhöhe an der Arbeitsposition, gemessen etwa 45 bis 60 cm vor der Möbelfront. Gleichzeitig bilden eine ergonomische Arbeitshöhe und ausreichend Bewegungsfläche die Grundlage für eine komfortable und funktionale Küchenplanung.

Niedrige Bereiche für Unterschränke oder Regale

Der Bereich unter der Schräge, in dem Du nicht mehr aufrecht stehen kannst, lässt sich ideal für flache Unterschränke, Auszüge oder offene Regale nutzen. Je nach Raumsituation sind Schrankhöhen ab etwa 60 cm Restlichte möglich. Türen und Klappen können dabei schrägenparallel gefertigt werden und fügen sich so optimal in den vorhandenen Raum ein.

Hoch- und Kühlschränke an die höchste Wand

Kühlschrank, Backofen-Hochschrank und Vorratsschrank werden dort platziert, wo die volle Raumhöhe zur Verfügung steht – idealerweise an der Giebelwand oder unter dem First. So bleibt die Traufseite für eine durchgehende Arbeitszeile frei und die vorhandene Fläche wird optimal genutzt.

Ideen für Küchen im Dachgeschoss

Herausforderung 3: Verwinkelte Küche mit Nische und toter Ecke

Deine Küche ist weder rechtwinklig noch quadratisch oder hat besonders viele Ecken? Das ist kein Problem, sondern eine Chance! Gerade verwinkelte Räume bieten zahlreiche Möglichkeiten für cleveren Stauraum und individuelle Gestaltungsideen. Mit maßgeschneiderten Lösungen kannst Du selbst ungewöhnliche Grundrisse optimal nutzen und Deine Einbauküche zu einem echten Einzelstück machen.

Eine verwinkelte Küche mit Nische und toter Ecke entsteht beispielsweise durch einen Kamin, einen Schacht oder einen nachträglich eingezogenen Vorbau. Der planerische Trick: Behandle die Nische als eigenständige Funktionszone und nutze die tote Ecke mit cleverer Auszugstechnik. So wird aus vermeintlich schwierigem Raum wertvoller Stauraum – und jeder Bereich Deiner Küche bekommt eine sinnvolle Funktion.

Reales Küchenbeispiel:

Ein Raum mit 3,60 x 2,80 m, in einer Ecke ein Schornsteinvorbau von 60 x 40 cm, gegenüberliegend eine Nische von 90 cm Breite und 25 cm Tiefe. Die Nische wurde zur Kaffee- und Frühstückszone: schmaler Hochschrank mit Steckdosen, offene Ablage, Sitzhocker davor. Die tote Ecke am Schornstein bekam einen Eckauszug mit voll ausziehbaren Tablaren.

Wie die Umsetzung gelingt:

Nischen als Funktionszone

Nischen ab 25 cm Tiefe eignen sich ideal für Gewürze, einen Kaffeevollautomaten oder einen Weinkühler. Ab etwa 40 cm Tiefe lässt sich die Nische auch für komplette Hochschränke nutzen. Achte dabei auf ausreichend Steckdosen innerhalb der Nische und eine gute Ausleuchtung, zum Beispiel mit LED-Streifen. Eine Rückwand aus Fliesen oder Glas sorgt zusätzlich für eine pflegeleichte und leicht zu reinigende Oberfläche.

Tote Ecke sinnvoll erschließen

Eckauszüge wie LeMans- oder Cornerstone-Systeme machen den Stauraum in der Ecke vollständig zugänglich und nutzen den vorhandenen Platz optimal. Alternativ eignen sich Diagonalschränke mit Karussell oder ein bewusst geschlossenes Eckelement für Geschirr und Küchenutensilien, die nur selten benötigt werden. Ist der Platz besonders knapp, kann die Ecke auch als Blende genutzt und der angrenzende Korpus dafür etwas tiefer geplant werden..

Laufwege und Bewegungsflächen

Zwischen zwei gegenüberliegenden Möbelfronten solltest Du mindestens 120 cm Bewegungsfläche einplanen, damit sich Auszüge und Backofentüren problemlos gleichzeitig öffnen lassen. Kochst Du überwiegend allein, können 100 cm ausreichen – das sollte jedoch als absolute Untergrenze betrachtet werden.

Küchenmodule statt durchgehender Zeile:

Gerade bei verwinkelten Küchen kann es sinnvoll sein, auf eine klassische, durchgehende Küchenzeile zu verzichten und stattdessen mehrere einzelne Küchenblöcke oder Module zu planen. Diese lassen sich flexibel an den vorhandenen Grundriss anpassen und so positionieren, dass auch ungewöhnliche Ecken und Nischen optimal genutzt werden.

Ordnung durch Farbe

Wirkt der Raum durch den Grundriss etwas unruhig, gilt es mit der Küchengestaltung etwas Ruhe hineinzubringen. Überlege Dir mit Deinem Küchenplaner ein stimmiges Farbkonzept. Gerade die Küchenfronten sollte hier einheitlich gewählt werden, damit der Raum insgesamt aufgeräumter wirkt.

Ideen für verwinkelte Küchen

Herausforderung 4:  Küche in einem unregelmäßigen oder offenen Grundriss

Hast Du einen offenen oder unregelmäßigen Grundriss mit bodentiefen Fenstern und Türen und keine feste Wand die Form vorgibt? Dann bietet der Raum zwar wenig klassische Stellfläche, dafür aber viel Licht, Offenheit und zahlreiche Möglichkeiten für eine individuelle Küchenplanung. Eine freistehende Kücheninsel oder ein zentraler Küchenblock kann hier die ideale Lösung sein: Von allen Seiten zugänglich, funktional und gleichzeitig ein echter Blickfang.

Dabei sollte sich die Küchenform nicht nach einem festen Schema richten, sondern nach Deinem Alltag. Möchtest Du beim Kochen mit Familie und Gästen kommunizieren, soll die Küche zum Mittelpunkt des Raumes werden oder sich optisch eher zurücknehmen? Je nach Nutzung kann die Insel mit Kochfeld und Spüle als zentrale Arbeitszone gestaltet oder bewusst als ruhiger Küchenblock mit viel Stauraum geplant werden. Die Wahl der Küchenform folgt dabei dem Raum und Deinen Bedürfnissen – nicht dem Katalog.

Welche Form für welchen Grundriss

Küchenzeile

Eine klassische Küchenzeile eignet sich besonders für Räume mit einer geraden Wand von mindestens 3 m Länge. Sie ist ideal für schmale Küchen oder wenn die gegenüberliegende Wand als Ess- oder Wohnbereich genutzt werden soll. Die kompakte Anordnung schafft klare Laufwege, nutzt den vorhandenen Platz effizient und ist häufig eine kostengünstige Lösung.

L-Form

Die L-Küche ist ein echter Allrounder und eignet sich besonders für rechteckige oder leicht verwinkelte Räume. Dabei werden zwei Wände genutzt und der vorhandene Platz effizient ausgeschöpft. Die Ecke kann mit einem praktischen Eckauszug optimal genutzt werden, während auf der gegenüberliegenden Seite ausreichend Raum für einen Esstisch oder eine Halbinsel bleibt. Ab einer Raumbreite von etwa 2,40 m bietet die L-Form eine gute Grundlage für eine funktionale und komfortable Küchenplanung.

U-Form

Die U-Küche nutzt drei Wände und bietet dadurch besonders viel Arbeitsfläche und Stauraum. Sie eignet sich vor allem für eher quadratische Räume und Haushalte, in denen regelmäßig und gerne gekocht wird. Damit sich zwei Personen in der Küche komfortabel bewegen und aneinander vorbeigehen können, sollte der Raum mindestens 2,60 m breit sein. So entsteht eine großzügige Küche mit kurzen Wegen und viel Platz zum gemeinsamen Kochen.

Insel

Eine Kücheninsel bietet sich besonders für offene Grundrisse ab etwa 20 m² an. Rund um die Insel solltest Du mindestens 3,00 m Bewegungsfläche einplanen, damit sich Auszüge und Schranktüren problemlos öffnen lassen und mehrere Personen sich nicht gegenseitig im Weg stehen. Wichtig ist außerdem, dass Wasser- und Stromanschlüsse zur Insel geführt werden können. Im Neubau lässt sich das meist einfacher umsetzen, während im Bestand eine frühzeitige Prüfung der vorhandenen Anschlüsse erforderlich ist.

Freistehender Küchenblock

Ein freistehender Küchenblock eignet sich ideal für offene oder unregelmäßige Räume ohne nutzbare Küchenwand. Er ist von mehreren Seiten zugänglich, schafft kurze Wege und wird zum Mittelpunkt der Küche. Wichtig sind ausreichend Bewegungsfläche sowie eine frühzeitige Planung der notwendigen Anschlüsse.

Welche Küchenform am Ende am besten zu Deinem Raum und Deinem Alltag passt, zeigt sich im persönlichen Beratungstermin.

Ideen für freistehende Küchenblöcke

Herausforderung 5: Küche mit ungünstigen Wasser-, Abwasser- und Elektroanschlüssen

Eine Küche mit ungünstig positionierten Wasser-, Abwasser- und Elektroanschlüssen kommt häufiger vor, als man denkt: Die Spüle soll beispielsweise ans Fenster, der Wasseranschluss liegt jedoch drei Meter entfernt an der Innenwand. Gleichzeitig soll der Backofen als Hochschrank integriert werden, obwohl neben dem Kochfeld lediglich eine 230-Volt-Steckdose vorhanden ist. Solche Herausforderungen werden frühzeitig in der Planung erkannt und auf zwei Ebenen gelöst: durch eine passende Küchenplanung und die notwendige technische Anpassung der Anschlüsse.

Trennung von Planung und Handwerk

Bestehender Anschluss

Beim Aufmaß werden die bestehenden Anschlüsse genau dokumentiert – einschließlich Position, Höhe und Zustand. Bei Wasser- und Abwasseranschlüssen ist vor allem die Höhe über dem Fertigfußboden relevant, da das Abwasser ein ausreichendes Gefälle benötigt. Bei den Elektroanschlüssen wird geprüft, wie die Stromkreise im Sicherungskasten abgesichert sind und ob für Herd und Backofen separate Stromkreise vorhanden sind.

Notwendige Prüfung durch Fachbetrieb

Eine Sanitär- oder Elektrofachkraft prüft, ob die vorhandenen Leitungen ausreichend belastbar sind und sich die Anschlüsse wie geplant verlegen lassen. Abwasser kann häufig innerhalb der Wand oder im Sockel verlegt werden, sofern das notwendige Gefälle von mindestens 1 bis 2 Prozent eingehalten wird. Auch neue Stromkreise, FI-Schutzschalter und eine ausreichende Anzahl an Steckdosen sollten bei der Küchenplanung berücksichtigt werden. Wir empfehlen daher, die vorhandene Elektrik bei jedem Küchenumbau von Anfang an mitzudenken.

Planerische Lösung

Wenn sich ein Anschluss nicht verlegen lässt, wird die Küchenplanung entsprechend an den Bestand angepasst: Die Spüle bleibt beispielsweise an ihrer bisherigen Position, während die Anordnung der übrigen Arbeitsbereiche darauf abgestimmt wird. Ist bei der Abwasserleitung kein ausreichendes Gefälle möglich, kann alternativ eine Hebeanlage zum Einsatz kommen. Solche technischen Sonderlösungen werden transparent geplant und im Angebot separat ausgewiesen.

Ideen für Küchen mit passenden Anschlüssen

Maßgeschneiderte Lösungen für jeden Grundriss Übersicht der Planungsfälle

Die folgende Übersicht zeigt fünf typische Planungssituationen mit den jeweils entscheidenden Maßen, baulichen Einschränkungen und passenden Lösungen. Zu jedem Beispiel gibt es ein reales, freigegebenes Projekt aus dem Studio, das im Beratungstermin auf Wunsch anhand von Foto und Grundriss vorgestellt werden kann.

Planungsfall: Altbau, schiefe Wände

Entscheidende Maße: Wandneigung 30 mm auf 4 m, Bodengefälle 12 mm
Bauliche Einschränkung: Wand nicht im Lot, Putz wellig
Küchenlösung: L-Küche mit Passleisten, höhenverstellbare Füße
Technische Prüfung:
Elektrik, Wasserleitungen (Baujahr 1928)
Ergebnis: Fugenfreier Anschluss, waagerechte Arbeitsplatte

Planungsfall: Dachschräge

Entscheidende Maße: Neigung 45°, Kniestock 110 cm, First 2,60 m
Bauliche Einschränkung: Stehhöhe nur an Firstseite
Küchenlösung: Zeile entlang Traufseite, Hochschränke am Giebel
Technische Prüfung: Balkenstatik, Dachfenster-Anschlüsse
Ergebnis: Volle Arbeitshöhe, Stauraum im Niedrigbereich

Planungsfall: Nische und tote Ecke

Entscheidende Maße: Nische 90 × 25 cm, Vorbau 60 × 40 cm
Bauliche Einschränkung: Schornstein, unregelmäßige Ecke
Küchenlösung: Frühstücksnische, Eckauszug LeMans
Technische Prüfung: Schornstein-Freihaltung, Steckdosen in Nische
Ergebnis: Jede Ecke nutzbar, klare Zonen

Planungsfall: Ungünstige Anschlüsse

Entscheidende Maße: Spüle 3 m vom Anschluss, nur 230 V
Bauliche Einschränkung: Anschlüsse an falscher Position
Küchenlösung: Abwasser im Sockel verzogen, neuer Starkstromkreis
Technische Prüfung: Fachbetrieb Sanitär und Elektro
Ergebnis: Spüle am Fenster, Backofen als Hochschrank

Planungsfall: Offener Grundriss

Entscheidende Maße: Raum 6,50 × 4,20 m, freie Bewegung
Bauliche Einschränkung: Keine feste Wand für Zeile
Küchenlösung: Insel mit Kochfeld, Zeile an Rückwand
Technische Prüfung: Boden-Anschlüsse Wasser/Strom
Ergebnis: Kommunikative Küche, klare Laufwege

Welche Leistungen sind bei der Planung enthalten? Was kostet die Planung und Umsetzung bei Sondergrundrissen?

Bei schwierigen Grundrissen setzen sich die Kosten meist aus mehreren Positionen zusammen, die im Angebot transparent und nachvollziehbar getrennt ausgewiesen werden. Die konkreten Preise hängen unter anderem von der Küchengröße, der Materialauswahl, den gewünschten Geräten und dem Umfang notwendiger baulicher Vorarbeiten ab und werden individuell im Studio kalkuliert. Die folgende Übersicht zeigt die typischen Kostenpositionen.

Position: Aufmaß vor Ort

Was enthalten ist: Präzise Vermessung inklusive Neigungen, Anschlüsse und Fotodokumentation
Wann relevant: Immer

Position: Planung

Was enthalten ist: 3D-Zeichnung, Schnittansichten, Materialauswahl und Beratung
Wann relevant: Immer

Position: Möbel und Geräte

Was enthalten ist: Küchenmöbel mit Arbeitsplatte, Ausstattung, Zubehör und Beleuchtung
Wann relevant: Immer

Position: Anpassungen

Was enthalten ist: Passleisten, Sonderhöhen, Schrägzuschnitte und Blenden
Wann relevant: Immer, insbesondere bei Anpassungen beim Altbau, Dachschrägen und Nischen

Position: Elektroarbeiten

Was enthalten ist: Neue Stromkreise, Steckdosen, Starkstrom und FI-Schutz
Wann relevant: Bei alter Elektrik oder neuen Anschlusspositionen

Position: Wasser und Abwasser

Was enthalten ist: Verlegung von Zu- und Ablauf, Absperrventile und ggf. Hebeanlage
Wann relevant: Bei Umlegung der Spüle

Position: Montage

Was enthalten ist: Aufbau und Ausrichtung der Küchenmöbel, Zuschnitte der Arbeitsplatte für Spüle und Kochfeld, Feinjustierung der Türen und Auszüge, Einbau und Anschluss der Elektrogeräte
Wann relevant: Immer

Position: Entsorgung Altküche

Was enthalten ist: Demontage und fachgerechte Entsorgung der Altküche und Geräte
Wann relevant: Optional

Eine Finanzierung ist über Küche&Co möglich. Die Details und die konkrete Kalkulation werden individuell im persönlichen Beratungstermin besprochen.

FAQ Küchenplanung bei schwierigen Grundrissen

Wie messe ich eine schiefe Wand für die Küche?

Eine schiefe Wand wird an mindestens drei Höhen gemessen: knapp über dem Boden (ca. 15 cm), auf Arbeitsplattenhöhe (ca. 90 cm) und knapp unter der Decke. Zusätzlich lässt sich die Neigung mit einem Lot oder einer langen Wasserwaage prüfen. Notiere alle drei Werte sowie die Wandlänge und mache idealerweise ein Foto mit Zollstock im Bild. Die genaue Auswertung und Beurteilung erfolgt anschließend beim professionellen Aufmaß vor Ort.

Ab welcher Höhe eignet sich eine Dachschräge für Arbeitsflächen?

An der Nutzposition der Arbeitsfläche, also etwa 45 bis 60 cm vor der Möbelfront, solltest Du mindestens 1,95 bis 2,00 m Stehhöhe einplanen. Bereiche mit geringerer Höhe eignen sich dagegen ideal für Unterschränke, Auszüge oder offene Regale. Kochfeld und Spüle sollten immer dort platziert werden, wo ausreichend Stehhöhe und Bewegungsfreiheit vorhanden sind.

Was muss ich bei alten Strom- und Wasseranschlüssen prüfen?

Bei älterer Elektrik werden Absicherung, FI-Schutzschalter, Leitungsquerschnitt und Anzahl der Stromkreise geprüft. Für Herd und Backofen ist in der Regel ein Starkstromanschluss mit eigener Absicherung erforderlich. Auch Wasserleitungen aus verzinktem Stahl sollten überprüft und bei Bedarf ausgetauscht werden. Wichtig ist zudem, dass die Absperrventile einwandfrei funktionieren. Die technische Prüfung übernimmt ein Fachbetrieb, dessen Ergebnisse direkt in die weitere Küchenplanung einfließen.

Wie wird eine Küchennische genutzt?

Küchennischen ab 25 cm Tiefe lassen sich ideal als Ablage- oder Kaffeezone nutzen und mit Steckdosen sowie einer passenden Beleuchtung ausstatten. Ab etwa 40 cm Tiefe bieten sie ausreichend Platz für Hochschränke, einen Kühlschrank oder Vorratsschrank. Wichtig sind dabei pflegeleichte, glatte Rückwände und eine gute Ausleuchtung, damit die Nische nicht nur praktisch, sondern auch optisch ansprechend ist.

Kann eine Küche an unebene Böden angepasst werden?

Höhenverstellbare Möbelfüße können ein Bodengefälle von bis zu 30 mm ausgleichen. Die Sockelblenden werden individuell zugeschnitten, sodass auch bei unebenem Boden kein sichtbarer Spalt entsteht. Die Arbeitsplatte wird dabei immer waagerecht ausgerichtet – unabhängig vom Gefälle des Bodens. Bei größeren Abweichungen können zusätzliche Ausgleichsleisten oder gegebenenfalls ein neuer Bodenaufbau vor der Montage erforderlich sein.

Welche Unterlagen brauche ich für eine Küchenberatung bei schwierigem Grundriss?

Sinnvoll sind ein grober Grundriss aus den Bauunterlagen, Fotos aus allen Raumecken sowie Maße für Länge, Breite und Höhe – idealerweise an mehreren Stellen. Ergänze außerdem die Positionen von Fenstern, Türen, Heizkörpern und vorhandenen Anschlüssen sowie eine Wunschliste für Geräte und einen groben Budgetrahmen. Alles Weitere klärst Du gemeinsam mit unseren Experten im persönlichen Beratungstermin.

Wie lange dauert die Planung bei einem Sondergrundriss?

Von der ersten Beratung bis zur fertigen Küchenplanung sind in der Regel zwei bis vier Termine über einen Zeitraum von etwa zwei bis sechs Wochen sinnvoll. Im ersten Termin werden Wünsche, Anforderungen und die wichtigsten Grundlagen besprochen, anschließend erfolgt das präzise Aufmaß vor Ort. Auf dieser Basis wird die Planung erstellt und gemeinsam Schritt für Schritt angepasst. Sind bauliche Vorarbeiten wie Elektro- oder Sanitärarbeiten erforderlich, wird zusätzlich die Abstimmung mit den entsprechenden Fachbetrieben eingeplant.

Lohnt eine neue Küche im Altbau überhaupt?

Auf jeden Fall. Altbauten bieten mit ihren charakteristischen Räumen, hohen Decken und besonderen Details eine ideale Grundlage für eine individuell geplante Küche. Schiefe Wände oder unebene Böden sind dabei kein Ausschlusskriterium. Entscheidend ist eine sorgfältige Bestandsaufnahme: Unklare Elektrik oder veraltete Leitungen werden geprüft und können im Zuge des Umbaus erneuert werden. So entsteht eine Küche, die sich harmonisch in den Raum einfügt und seine Besonderheiten gezielt nutzt, statt gegen sie zu arbeiten.

Wir beraten Dich gerne! Vereinbare einfach einen Termin!

Entdecke Deine neue Küche mit uns an Deiner Seite. Vereinbare Deinen unverbindlichen Termin bei uns im Küchenstudio und freue Dich auf eine unverbindliche Beratung für Deine Traumküche.

Wir sind für Dich da Küchenplanung leicht gemacht

Ganz gleich, welche Herausforderungen Deine Küche mit sich bringt – wir stehen Dir mit unserer Expertise zur Seite. Mit einer durchdachten Planung und der richtigen Beratung in Deinem Küchenstudio verwandeln wir auch schwierige Grundrisse in Deine persönliche Traumküche. Dabei entwickeln wir individuelle Lösungen, die optimal auf Deine Wünsche, Deinen Alltag und die Gegebenheiten Deines Raums abgestimmt sind. So entsteht eine Küche, die nicht nur funktional ist, sondern auch optisch genau zu Dir passt.

Küche&Co begleitet Dich bei der Planung auf verschiedenen Wegen: persönlich im Küchenstudio, per Videochat mit geteiltem Bildschirm, telefonisch bei Rückfragen oder per E-Mail für Zeichnungen, Fotos und Aufmaßunterlagen. So lassen sich einfache Fragen schnell und unkompliziert klären, während komplexe Grundrisse vor Ort präzise aufgenommen und anschließend gemeinsam am Planer entwickelt werden.

Der nächste sinnvolle Schritt ist ein unverbindlicher Beratungstermin. Denn je anspruchsvoller der Grundriss, desto früher lohnt sich die persönliche Beratung. Ein Bildschirm kann vieles zeigen – ein präzises Aufmaß mit Zollstock und Lot ersetzt er jedoch nicht.